Meet the Founders: Melvin & Steven
Vor über 17 Jahren begann die Geschichte von Venderion – nicht in einem Büro, sondern am Küchentisch. Heute ist die Unternehmensgruppe mit Venderion B.V., FindBusiness und der Venderion GmbH in zwei Ländern aktiv und spezialisiert auf Innovationsförderung. Unternehmen aus Technologie- und Softwarebranchen nutzen die Expertise des Teams, um ihre Entwicklungsprojekte strategisch über Programme wie die niederländische WBSO und die deutsche Forschungszulage fördern zu lassen.
Zwei der sechs Gründer sind Melvin van Dam und Steven Loyens. Wir haben mit ihnen über die Anfänge, unternehmerische Entscheidungen und den Schritt nach Deutschland gesprochen.

Laura Mentes | Business Development Manager at Venderion GmbH

Die Anfänge: Eine Idee aus Erfahrung
2009 entsteht die erste Idee für Venderion. Einen großen Businessplan gibt es damals nicht. Stattdessen stellen sich die Gründer eine grundlegende Frage: Worin sind wir wirklich gut – und wo können wir echten Mehrwert schaffen?
Die Antwort liegt in einer Kombination aus zwei Perspektiven. Einerseits ein tiefes Verständnis für Softwareentwicklung und technische Prozesse, andererseits langjährige Vertriebserfahrung. Die Gründer kennen die Realität innovativer Entwicklungsprojekte – mit all ihren Unsicherheiten, Iterationen und komplexen Entscheidungsprozessen.
Gleichzeitig sehen sie ein wiederkehrendes Problem: Viele Unternehmen arbeiten an technologischen Innovationen, haben aber Schwierigkeiten, ihre Entwicklungsarbeit so zu dokumentieren und darzustellen, dass sie für Förderprogramme anerkannt wird – etwa die niederländische WBSO, das Äquivalent zur deutschen Forschungszulage für Forschung und Entwicklung.
„Wir waren überzeugt, dass wir mit der Kombination aus technischem Know-how und fundiertem Wissen über Förderprogramme echten Mehrwert schaffen können“, erinnert sich Steven. „Genau daraus ist Venderion entstanden.“
Fokus statt Breite
Von Anfang an treffen die Gründer eine bewusste strategische Entscheidung. Statt möglichst viele Förderprogramme oder Branchen abzudecken, setzen sie auf Spezialisierung.
Der Fokus liegt zunächst klar auf Softwareentwicklungsunternehmen. Ziel ist es, technische Projekte so tief zu verstehen, dass genau beurteilt werden kann, welche Entwicklungsarbeit tatsächlich förderfähig ist und fast noch wichter; welche nicht förderfähig ist. Diese Spezialisierung bedeutet auch, nicht jede Anfrage anzunehmen. Venderion arbeitet auf Erfolgsbasis – umso wichtiger ist es, bereits früh realistisch einzuschätzen, ob ein Projekt tatsächlich förderfähig ist.
Ein großer Mehrwert für viele Unternehmen liegt deshalb gerade in der ehrlichen Rückmeldung, wenn ein Vorhaben die Kriterien der Förderung nicht erfüllt.
„Wir wollten nie alles für jeden anbieten“, sagt Melvin. „Unser Anspruch war, wirklich zu verstehen, was in Entwicklungsprojekten passiert – und unseren Kunden eine klare Einschätzung zu geben. Manchmal gehört dazu auch zu sagen: Dieses Projekt ist nicht förderfähig.“ Diese klare Positionierung zahlte sich schneller aus als erwartet.
Mehr Nachfrage als erwartet
Was die Gründer in den ersten Jahren überrascht, ist die Nachfrage. Immer mehr Unternehmen suchen Unterstützung dabei, ihre Innovationsprojekte strukturiert und förderfähig aufzubereiten.
Aus einzelnen Projekten entstehen langfristige Partnerschaften. Unternehmen sehen Venderion nicht nur als Ansprechpartner für Anträge, sondern zunehmend als strategischen Partner für Innovationsfinanzierung.
„Die Anzahl der Unternehmen, die Unterstützung brauchten, war deutlich größer, als wir je zu träumen gewagt hätten“, sagt Steven rückblickend.
Über viele Jahre konzentriert sich das Unternehmen vollständig auf die Niederlande und insbesondere auf die WBSO-Förderung, eines der zentralen Programme für Forschung und Entwicklung. Internationalisierung spielt zunächst keine Rolle.
Eine Chance namens Deutschland
Deutschland steht lange Zeit nicht auf der strategischen Landkarte.
„Wir haben überhaupt nicht ins Ausland geschaut“, erinnert sich Melvin. „Unser Fokus lag komplett auf den Niederlanden und darauf, unsere Position rund um die WBSO weiter auszubauen.“
Das ändert sich erst mit der Einführung der deutschen Forschungszulage im Jahr 2020. Plötzlich entsteht ein neues Förderinstrument – und eines, das strukturell überraschend vertraut wirkt. Die Logik hinter dem Programm kam uns sofort bekannt vor – die Kriterien für Forschung und Entwicklung waren sehr ähnlich zu denen, mit denen wir aus den Niederlanden bereits jahrelang gearbeitet hatten. Für die Gründer wird schnell klar, dass hier eine besondere Chance entsteht.
„Als wir gesehen haben, wie das System aufgebaut ist, wussten wir sofort: Das ist unser Spielfeld“, sagt Melvin. „Wir haben damals nicht gedacht: Sollen wir international expandieren? Wir dachten: Das können wir. Hier können wir sofort Mehrwert schaffen.“
Der Schritt nach Deutschland ist deshalb weniger das Ergebnis einer langfristigen Expansionsstrategie als vielmehr die logische Reaktion auf eine konkrete Gelegenheit.
Der Start in Deutschland
Der Markteintritt verläuft inhaltlich schnell – organisatorisch jedoch deutlich anspruchsvoller als erwartet.
Viele Prozesse benötigen mehr Zeit als in den Niederlanden. Bankkonten eröffnen, rechtliche Strukturen aufbauen, Kooperationen schließen und qualifizierte Mitarbeitende einstellen – all das erfordert Geduld.
„Ein Bankkonto zu eröffnen war deutlich aufwendiger als das Herunterladen einer App und die Kontoeröffnung in zehn Minuten“, sagt Melvin mit einem Lächeln. „Verträge, regulatorische Anforderungen und lokale Vorschriften – das alles hat Zeit gebraucht.“
Für ein niederländisches Unternehmerteam bedeutet das vor allem eines: lernen, geduldiger zu sein. Gleichzeitig entdecken die Gründer auch kulturelle Unterschiede im Geschäftsalltag. „Deutsche Unternehmen sind sehr zuverlässig – ein Wort ist ein Wort“, sagt Steven. „Gleichzeitig erleben wir sie teilweise als etwas risikoscheuer als die eher pragmatischen Niederländer.“
Aufbau eines neuen Teams
Trotz der anfänglichen Hürden entwickelt sich die Expansion schnell weiter. Schritt für Schritt entsteht in Deutschland ein eigenes Team mit technischer und förderrechtlicher Expertise.
Heute arbeitet dieses Team mit innovativen Unternehmen unterschiedlichster Größe zusammen – vom ambitionierten Mittelstand bis zum internationalen Konzern.
Die Erfahrungen aus den Niederlanden helfen dabei, viele Prozesse effizient aufzubauen und gleichzeitig an die deutschen Rahmenbedingungen anzupassen.
Was zunächst wie ein Experiment wirkt, entwickelt sich zu einer tragenden Säule des Unternehmens. „Der Schritt nach Deutschland war spannend“, sagt Steven. „Aber rückblickend genau das, was wir gebraucht haben.“
Leadership und Unternehmenskultur
Mit dem Wachstum verändert sich auch die Rolle der Gründer. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit besteht heute darin, Verantwortung im Unternehmen zu verteilen und Teams zu stärken. „Wir übertragen viel Verantwortung an unsere Mitarbeitenden“, erklärt Steven. „Wir haben ein kluges, hochqualifiziertes und motiviertes Team – und solchen Menschen muss man Vertrauen schenken.“ Diese Haltung prägt die Unternehmenskultur bis heute.
„Wenn man gut zu seinem Team ist, ist das Team auch gut zu einem.“
Wachstum mit Blick nach vorne
Heute ist Venderion mit mehreren Unternehmen in den Niederlanden und Deutschland aktiv und unterstützt zahlreiche innovative Unternehmen dabei, ihre Forschungs- und Entwicklungsprojekte strategisch über Förderprogramme zu finanzieren.
Die Expansion nach Deutschland hat sich von einer opportunistischen Entscheidung zu einer langfristigen Säule der Unternehmensentwicklung entwickelt.
Und dennoch sehen die Gründer ihre Geschichte nicht als abgeschlossen.
„Was als Chance begann, die wir nicht ausschlagen konnten, ist heute ein zentraler Bestandteil unseres Unternehmens“, sagt Melvin.
„Vielleicht ist das der rote Faden unserer Geschichte“, sagt Melvin. „Unternehmertum lässt sich nie vollständig planen. Nicht alles im Voraus durchdenken – aber wenn sich eine Gelegenheit auftut, die perfekt zu dem passt, was man kann, dann muss man den Mut haben, sie zu ergreifen.“
Melvin – Mitgründer
Steven – Mitgründer
Melvin ist Mitgründer von Venderion B.V., FindBusiness und der Venderion GmbH. Seit über 15 Jahren ist er im Vertrieb tätig und war eine treibende Kraft beim Aufbau der deutschen Gesellschaft. Er verantwortete maßgeblich den Markteintritt in Deutschland, den Aufbau des deutschen Teams sowie den Transfer von Wissen und Vertriebserfahrung aus den Niederlanden – insbesondere im Bereich der WBSO-Förderung. Heute steht Melvin für operatives Wachstum, Marktverständnis und konsequente Umsetzung.
Steven ist ebenfalls Mitgründer von Venderion B.V., FindBusiness und der Venderion GmbH. Mit juristischem und kommerziellem Hintergrund und über 15 Jahren Erfahrung im B2B-Vertrieb verbindet er rechtliches Verständnis mit unternehmerischem Weitblick. Seine Stärke liegt insbesondere im Aufbau und der Skalierung von Vertriebsstrukturen für Unternehmen mit komplexen und langfristigen Sales-Prozessen. Als strategischer Kopf ist er maßgeblich an der Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe in den Niederlanden und Deutschland beteiligt.